Die Schweiz schlägt gleich zu und holt Gold

Die 2018 UCI Mountain Bike World Championships presented by Mercedes Benz hätten für den Gastgeber nicht besser beginnen können! Das Schweizer Team verteidigte seinen WeltmeisterTitel im Cross-Country Team Relay und sicherte sich gleich am ersten Wettkampf-Tag die Gold Medaille vor einem überragenden Deutschen Team und den starken Dänen. Zuvor eröffnete eine Fahnen-Parade der 57 teilnehmenden Nationen die UCI Mountainbike Weltmeisterschaft. Kurz darauf fiel bei herrlichem Spätsommer-Wetter der Startschuss zum ersten Wettbewerb der Woche und die sensationelle Stimmung erreichte bei den tausenden Fans nach Nino Schurters Zielüberquerung den ersten Höhepunkt einer sehr spannenden Woche, in dem sich alles um das UCI Regenbogen-Trikot drehen wird.
Kontaktdaten
Marlen Schwarz
PR/Medien
Ferienregion Lenzerheide & Lenzerheide Bergbahnen AG
T +41 81 385 57 30
marlen.schwarz@lenzerheide.com

Nachdem der laute Knall beim Start die Teams auf die Strecke schickte, waren es gleich die Franzosen, die die Initiative ergriffen und sich nach dem ersten langen Anstieg an die Spitze des Feldes setzen. Die direkten  Verfolger aus  Italien  und  Amerika  reihten  sich  knapp  dahinter  ein.  Das  Team  Relay  ist  eine Besonderheit im  Cross-Country  Sport  und sorgt  mit  der  Team-Zusammenstellung  für  ungeheuer spannende und hoch-taktische Rennen. Die Mannschaften setzen sich dabei jeweils aus einem Fahrer der Men Elite, Women Elite, Men U23, Women U23 und aus entweder einem Athleten der Junior Men oder Women zusammen. In welcher Reihenfolge die Fahrerinnen und Fahrer auf die Strecke geschickt werden ist den taktischen Überlegungen der Teams überlassen. So kam es, dass in der ersten Runde der  französische  U23  Fahrer Joshua  Dubau vor  dem  italienischen Aushängeschild  des  UCI  Weltcup, Gerhard Kerschbaumer, in die erste Abfahrt führte.

Am  Ende  der  ersten  Runde  war  es  Kerschbaumer,  der  in  der  Wechselzone  als  erstes  die  Zügel  an seinen Landmann Fillipo Fontana (Junior Men) überreichte, dicht gefolgt von Frankreich und den USA. Das mit Talent gespickte und hoch favorisierte Schweizer Team kam etwas überraschend nur in fünfter Position  in  die  Wechselzone,  aber  Junior Alexandre  Balmer  gab  mächtig  Gas  und  knabberte  am Vorsprung  der  vier  vor  ihm liegenden  Nationen.  Lange  dauerte  es  nicht  bis  er  die  zweite  Position eroberte und die Verfolgung der erneut führenden Franzosen aufnahm.

Australien stürmt an die Spitze – Roja Eibl unaufhaltsam
Zu  Beginn  der  dritten  Runde  konnte  die  Schweizerin  Sina  Frei  (U23  Women)  den  Rückstand  auf  die Franzosen nicht nur verkürzen, sondern auch die Führung übernehmen. Beim Zwischenstand sorgten die Australier in Person von Reece Tucknott (U23 Men) für Aufregung. Wie aus dem nichts leuchtete die australische  Fahne  an  dritter  Stelle  auf –  und die  Aufholjagd  aus  Down  Under  hatte  gerade  erst begonnen. Nach der Hälfte von Runde Drei schoss Tucknott in Führung, baute diese aus und übergab an seine Teamkollegin Holly Harris (U23), die mit 1:28min Puffer auf die Schweizer in die vierte Runde einbog. 

Doch die besten Schweizer standen noch in den Startlöchern: 2017 UCI World Champions Jolanda Neff und Nino Schurter. Neff legte in Runde vier los wie die Feuerwehr und ließ die längste, hoch-technische Abfahrt  Heidi’s  Hell schnell  hinter  sich.  Innerhalb  der  ersten  Hälfte  ihrer  Runde  hatte  sie  schon  20 Sekunden aufgeholt. Fast unbemerkt hatte sich in der Zwischenzeit die nächste Überraschung auf den Weg in die Medaillen-Ränge gemacht. Deutschlands Team manövrierte sich auf Platz 3 vor und hatte mit der jungen Athletin Ronja Eibl (U23 Women) eine Rakete in bester Tagesform in seinen Reihen. Eibl zündete und ließ auf ihrer Runde sogar Jolanda Neff „alt aussehen“. Die Deutsche kannte kein Zurück mehr, holte Sekunde um Sekunde zu der Schweizerin auf. Eibl schockte die heimischen Fans als sie auf dem Weg zur Wechselzone Neff sogar überholen konnte und somit Manuel Fumic an zweiter Stelle ins Rennen schickte. 

Deutschland und die Schweiz machen Silber und Gold unter sich aus 
Fumic und der amtierende UCI World Champion und UCI World Cup Gesamtsieger Nino Schurter hatten zu Beginn der letzten Runde noch nach wie vor 40 Sekunden Rückstand auf Australien, das als letzte Fahrerin jedoch ihre Juniorin Zoe Cuthbert ins Rennen schickte. Die junge Athletin kämpfte bravourös, hatte  aber  gegen  die  Qualitäten  vom  Deutschen  Meister  und  dem  amtierenden  Olympiasieger  keine Chance. In kürzester Zeit hatten Fumic und Schurter die Führung übernommen, wobei Schurter die Nase vorne hatte und eine kleine Lücke zum Deutschen aufreißen ließ. Hinter den beiden Führenden tat sich Simon  Andreassen  (U23  Men)  hervor  und  eroberte  noch vor  den  wiedererstarkten  Franzosen  und Italienern Platz drei. 

Manuel Fumic drückte nochmal mächtig aufs Gas, aber als der erste Athlet aus dem Wald rausfuhr und der Jubel der Schweizer Fans in der Cornèrcard Bike Arena ausbrach, war klar, diese Gold Medaille war den  Eidgenossen nicht mehr  zu  nehmen.  Angefeuert  von  ihren  heimischen  Fans,  verteidigte  das Schweizer Team seinen Titel aus 2017. Deutschland holte sensationell Silber vor den Dänen, die sich Bronze sichern konnten.

Nino Schurter (SUI):
Was für ein genialer Start in die UCI Mountain Bike World Championships. Es war ein echt harter Kampf heute.  Das  Team  Relay  ist  ein  besonderes  Rennen  für  uns,  es  ist  immer  richtig  cool  ein Rennen gemeinsam  mit den  Teamkollegen  zu  fahren.  Die  Anderen  haben  eine  Wahnsinnsarbeit  geleistet,  so musste ich nur noch gegen Manuel Fumic kämpfen. Dieser Sieg nimmt uns viel Druck und es war eine super  gute  Atmosphäre  mit  so vielen  Leuten  neben  der  Strecke.  Die  UCI  Mountain  Bike Weltmeisterschaften  daheim  in  Lenzerheide  zu  haben,  einem  Ort  der  wirklich fürs  Mountainbiken geschaffen ist, wird dem Sport in der Schweiz sicherlich nochmal einen Push geben. Ich bin mir sicher, das werden die besten Mountainbike Weltmeisterschaften, die wir je hatten.

Manuel Fumic (GER):
Wir wussten, dass wir ein echt starkes Team mit Deutschen Meistern in allen Klassen hatten. Unser Ziel war es keine Fehler zu machen und so vielleicht einen Platz unter den ersten Drei zu ergattern. Dieses Ziel erreicht zu haben, ist super für die Stimmung und für das ganze Team. Wir haben unsere Taktik geändert und unseren Junior zuerst ins Rennen geschickt. Leon hat seine Sache richtig gut gemacht und ich wusste danach, dass wir die Chance auf ein gutes Ergebnis hatten. Unsere U23 Fahrerin Ronja Eibl hat  ein  unglaubliches  Rennen  gezeigt,  sie  war  schneller  als  Jolanda  Neff! Als  sie  an  mich übergab wusste ich, dass ich um den Sieg kämpfen würde. Nino war allerdings ein harter Brocken für mich. In der Feedzone haben sie mir gesagt, dass ich 12 Sekunden zurücklag. Ab da wusste ich, dass es schwer werden würde. Wir sind alle richtig glücklich über den zweiten Platz und die Silbermedaille.

Malene Degn (DEN):
Bronze  zu  gewinnen  ist  gigantisch.  Unser  Ziel  war  es eine  Medaille  zu  gewinnen und  wir  waren gespannt darauf, wie nah wir den Schweizern kommen konnten. Nach der ersten Runde hatten wir nur etwa 30 Sekunden Rückstand. Unser Junior Alexander hat richtig gute Arbeit geleistet und Annika ist eine Wucht, was uns in eine gute Ausgangslage gebracht hat. Als ich dran war, konnte ich relativ nah an Jolanda dran bleiben aber die Deutsche Ronja Eibl war extrem schnell. Sie hat mich an einem Anstieg überholt und ich bin mir richtig langsam vorgekommen. Sie hat es sogar geschafft Druck auf Jolanda zu machen  und  sich  auf  den  zweiten  Platz vorzuschieben. Unser  letzter  Fahrer,  Simon  Andreassen,  hat dann einen richtig guten Job gemacht unseren Platz zu halten. Wir sind wirklich stolz auf unser Rennen heute.

Die Action geht weiter – Zahlreiche Side-Events und Partys 
Der  erste  von  fünf  actionreichen  Tagen  sah  verdiente  Sieger  und  es  werden  noch  mehr  folgen.  Am Donnerstag gehen die Cross-Country Junior Men und Women an den Start, am Freitag folgen die U23-Kategorien. Neben der ganzen Rennaction wird es auch dieses Jahr zahlreiche Side-Events, Partys und eine 7.500m2 große Expo-Area geben, wo sich etliche Aussteller und natürlich die Teams des Downhillund Cross-Country-Rennzirkus präsentieren werden. Zu den Highlights gehören die Steinböckli Laufrad WM,  die  Movie  Night  mit  «Free  Riding Iran – Die  Gehrig  Twins  im  Land  der  Mullahs»  und  «North  of Nightfall», der #fullgasMTB Whip Off Contest, das «Flyer Uproc Dual Slalom» und etliche Livekonzerte.